Bewerbung in Deutschland

Der Bewerbungsprozess in Deutschland folgt bestimmten Regeln – manche sind logisch, andere wirken auf den ersten Blick kompliziert. Wenn du sie kennst, vermeidest du typische Fehler und verbesserst deine Chancen deutlich.

In diesem Beitrag zeigen wir dir 7 wichtige Punkte, die du unbedingt beachten solltest – inklusive praktischer Checkliste für deine Bewerbung.

7 Dinge, die du unbedingt beachten solltest
Ein Bewerbungsprozess in Deutschland folgt bestimmten Spielregeln, die man kennen sollte. Manche davon sind logisch, andere wirken erstmal streng oder recht kompliziert. Wir wollen dir dabei helfen, damit du typische Fehler vermeiden kannst und um deine Chancen realistisch zu verbessern. Hier sind 7 Punkte, die du unbedingt beachten solltest. Im Anschluss findest auch eine praktische Liste zum Abhaken, damit du bei deinem individuellen Bewerbungsprozess alles im Blick hast.
  1. Der Lebenslauf ist das wichtigste Dokument

In Deutschland wird sehr viel Wert auf den Lebenslauf gelegt. Oft sogar mehr als auf das Anschreiben.

Typische Bestandteile:

  • Persönliche Daten: Vor- & Nachname, Geburtsdatum, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer (optional: Geburtsort, Nationalität)
  • Berufserfahrung: Arbeitgeber, Stellenbezeichnung, Dauer der Tätigkeit
  • Ausbildung / Studium: Ausbildungsstätte, Fachausrichtung
  • Weiterbildungen: Weiterbildungsstätte, Themenschwerpunkt
  • Sprachkenntnisse: Level der Deutschkenntnisse, Nachweise über Sprachkurse, Auflistung weiterer gesprochener Sprachen
  • Digitale Kompetenzen: Erfahrungen mit Programmen wie Word, Excel, etc.

Was bei dem Dokument wichtig ist:

  • Klare Strukturierung
  • Chronologischer Aufbau (meist umgekehrt chronologisch – also das Neueste / Aktuelle zuerst)
  • Keine langen Fließtexte, lieber Stichpunkte

Der Lebenslauf sollte so lückenlos wie möglich sein. Wenn es bei dir Pausen gab (z. B. Familienzeit, Sprachkurs, Jobsuche), schreibe diese lieber direkt hin statt sie offen zu lassen. Große Lücken lassen bei Arbeitgebern Fragen aufkommen.

  1. Das Anschreiben ist individuell – keine Massenmail

Ein häufiger Fehler ist es das gleiche Anschreiben für alle Stellen zu verschicken ohne es individuell anzupassen. Das funktioniert selten gut.

Arbeitgeber sehen es gerne wenn du dich mit der konkreten Stelle vorher beschäftigst. Das bedeutet:

  • Bezug nehmen auf die ausgeschriebene Position
  • Bezug auf das Unternehmen nehmen
  • Kurz erklären, warum deine Erfahrung für die Stelle passt

Das Anschreiben ist keine Wiederholung des Lebenslaufs. Es geht darum zu zeigen:
Warum du genau diese Stelle möchtest? Warum genau du die richtige Person für diese Stelle bist?

Dabei sind die korrekte Rechtschreibung und Grammatik natürlich wichtig. Dafür gibt es im Internet hilfreiche Tools, wie z.B. https://languagetool.org/de – Hier kannst du deinen Text reinkopieren und kriegst Rechtschreibfehler, fehlende Kommata oder stilistische Unfeinheiten angezeigt mit dazu passenden Verbesserungsvorschlägen.

  1. Bewerbungsfoto – ja oder nein?

Rein rechtlich ist ein Foto nicht verpflichtend und sollte auch kein Kriterium für einen Job darstellen. In der Praxis ist es aber noch immer üblich, da Arbeitgeber so einen Eindruck von dir bekommen können. Du kannst hier also selbst entscheiden, ob du ein Foto von dir auf deinem Lebenslauf abbilden möchtest.

Wenn du ein Foto verwendest achte darauf, dass

  • Das Foto Professionell aufgenommen ist,
  • Vor einem neutralen Hintergrund ist,
  • Und dass du gepflegte Kleidung trägst.
  • Es sollte kein Urlaubsbild oder Selfie sein.

Dabei geht es geht nicht um deine Model-Qualitäten, sondern darum dich als seriöse und kompetente Person zu präsentieren.

  1. Zeugnisse und Nachweise gehören dazu

In vielen anderen Ländern werden Zeugnisse erst später angefordert. Bei der dem Versenden der Bewerbung (Anschreiben und Lebenslauf) werden sie in Deutschland oft direkt mitgeschickt.

Typische Dokumente:

  • Arbeitszeugnisse
  • Abschlusszeugnisse
  • Zertifikate
  • Weiterbildungsnachweise

Wichtig: Es sollten alles als gut lesbare PDF-Datei sein. Hierbei sollten mehrseitige Dokumente zu einer Datei zusammengefasst sein, damit es übersichtlich bleibt. Achte darauf keine einzelnen Fotos vom Handy zu verwenden. Wenn du die entsprechenden Dokumente erst noch einscannen musst, kannst du das in einem Copy-Shop in deiner Nähe tun. Hier kann dir auch beim Bündeln der Dokumente geholfen werden.

Falls einzelne Dokumente in Deutschland noch nicht offiziell anerkannt sind, kann dazu ein Hinweis im Lebenslauf sinnvoll sein.

  1. Sprache realistisch einschätzen

Deine Sprachkenntnisse solltest du ehrlich angegeben. „Fließend“ bedeutet in der Regel: du kannst problemlos ein Bewerbungsgespräch führen und im Arbeitsalltag sicher kommunizieren. Wenn du hier übertriebst, fällt das spätestens im Gespräch auf. Am besten ist es, wenn du deine Angabe hier auch mit Zertifikaten aus Sprachkursen unterstützt.

Typische Angaben des Sprachlevels sind:

  • Grundkenntnisse
  • Gute Kenntnisse
  • Sehr gute Kenntnisse

Verhandlungssicher

  1. Formalitäten ernst nehmen

Deutschland ist – sagen wir es ehrlich – sehr formal.

Deswegen ist es meistens schon ein echter Vorteil, wenn du darauf achtest,

  • dass deine Kontaktdaten vollständig angegeben sind (siehe oben bei 1. Zum Lebenslauf),
  • wenn du eine seriöse E-Mail Adresse hast (z.B. nachname@mail.de),
  • deine Dateien und Anhänge klare Namen haben (z. B. Bewerbung_Max_Mustermann.pdf)

und du auf Details achtest, wie z.B. die passende Betreffzeile in deiner E-Mail auszufüllen („Bewerbung auf die offene Stelle“).

  1. Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Der Bewerbungsprozess endet nicht mit dem Absenden deiner Unterlagen. Wenn du eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch bekommst, dann musst du dich darauf vorbereiten. Dazu kann es hilfreich sein, wenn

  • du dich über das Unternehmen informierst (Was macht das Unternehmen, Wie ist die Geschichte des Unternehmens, Wer leitet das Unternehmen, …)
  • du dir Beispiele aus deiner bisherigen Erfahrung zurecht legst, die deine Qualifikation und Kompetenz widerspiegeln
  • du dir konkrete Fragen vorbereitest (z.B. )
  • du pünktlich Erscheinst – komme lieber 10 Minuten früher.

Und ganz wichtig: Es ist normal, nervös zu sein.

Fazit

Wie du gemerkt hast, folgt eine Bewerbung in Deutschland einigen Erwartungen. Wenn du diese kennst, wird vieles einfacher. Es geht nicht darum, perfekt zu wirken, sondern vorbereitet.

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Emma Othmer

Marketing & Öffentlichkeitsarbeit